Die Geschichte vom Wiesenknopf und seinem Falter

Die Blume des Jahres 2021 ist der Große Wiesenknopf. Für uns Christen ist er, besonders in der Passions- und Osterzeit, ein Beispiel der Hingabe: Wie unser Gott uns Menschen hilft und unsere Seele nährt. Deshalb lohnt sich die ganze Geschichte von dieser Pflanze, die wir auf Naturwiesen antreffen.

Es gibt einen Schmetterling mit dem aparten Namen „Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling“. Er legt seine Eier genau auf unserem Wiesenknopf ab. Nur hier findet die schlüpfende Raupe das passende Futter – der Blütenkopf versorgt sie mütterlich. Wenn sie genug an Kraft gewonnen hat, seilt sich das rötliche Räupchen ab auf den Boden. Der Wiesenknopf ist die Pflanze, die dieser Raupe weiterhelfen kann. Ohne den Knopf gibt es den Falter auf unseren Wiesen nicht!

Nun geht die Geschichte unserer Raupe weiter: Sie seilt sich aus großer Höhe vom Wiesenknopf ab und fällt auf den Wiesenboden. Dort wartet sie auf die „Roten Knotenameisen“. Wenn diese die Raupe entdeckt haben, schnuppern sie und nehmen denselben Geruch wahr wie den von kleinen Ameisenkindern. Deshalb tragen sie das duftende Kind in ihren Bau und legen sie in die Larvenkammer. Und genau hier, Nahrung ist dort reichlich vorhanden, wächst die Raupe bis zum nächsten Frühjahr zu einem erwachsenen Schmetterling heran. Und der wird dann wieder einen roten Wiesenknopf suchen – wenn es eine Wiese mit ausgewachsenen Wiesenblumen geben darf.

Hier kann man diese und viele weitere Geschichten von der Blumenwiese in dem Buch von Jan Haft lesen. Das Bild vom WIesenknopf stammt freundlicherweise vom Hof Berggarten.

Wir verteilen in unserem Wohngebiet „Wintersburg“ über 600 kleine Tütchen mit einigen Samen der Pflanze. Dabei ist auch eine kleine Besinnung, die wir Ihnen hier nicht vorenthalten wollen:

Auch wir Menschen brauchen für unsere Seele eine solche Stelle, wo sie genährt wird, wo sie umsorgt wird und das Nötige bekommt, um für das Leben stark zu sein. So, wie die Raupe den Wiesenknopf. Dazu hat Gott uns nicht den Stängel einer Pflanze aufgerichtet, sondern das Kreuz von Karfreitag. Gott hat sich auf unsere Menschen-Wiese begeben und hat hier gezeigt, dass er mitten unter uns lebt, uns versteht – und sich sogar aufopfert für uns. Das „Opferlamm“ ist deshalb ein christliches Symbol zu Ostern geworden. Dass er dann am Ostersonntag als Christus auferstanden ist und heute noch diese Welt regiert, läßt uns hoffen: Sogar der Tod ist überwunden, das Leben geht weiter – und wir können uns auch heute jederzeit an Ihn wenden.
So ist er bereit, unsere Seele zu nähren. Sind Sie bereit, ihn in einem Gebet „anzufliegen“, so wie der blaue Falter zielgerichtet „seinen“ Blütenkorb findet?

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